Nach einer Meldung der Internetseite Bilderberg.org soll das diesjährige Bilderberg-Treffen zwischen dem 31. Mai und dem 3. Juni in der Türkei stattfinden. Bezogen wird sich dabei auf einen Artikel eines türkischen Journalisten. Das Treffen soll in Istanbul abgehalten werden. In einem Forum von Bilderberg.org zum Thema Bilderberg-Meeting 2007 wurden folgende Hotels als möglicher Ort des Treffens angegeben:
http://istanbul.conradmeetings.com/isthcci/index.shtml
http://resort.klassis.com.tr/en/collection/default.asp
http://golf.klassis.com.tr/en/collection/default.asp
Bei der so genannten Bilderberg Group handelt es sich um einen globalistisch ausgerichteten Elitezirkel bestehend aus hochrangigen Vertretern der unterschiedlichen gesellschaftlichen Teilbereiche der westlichen Ländern. Die Bilderberger, wie die Teilnehmer und festen Mitglieder von Bilderberg bezeichnet werden, treffen sich seit 1954 einmal im Jahr hinter verschlossenen Türen. Dabei diskutieren sie zentrale Aspekte aus gesellschaftspolitischen Themengebieten. Das Treffen wird mit dem Label ‚nicht öffentlich’ versehen.
Bud Spencer
April 12, 2007 at 6:55
anscheinend diskutieren sie nicht nur, denn „merkwürdigerweise“ treten die eingeladenen Politiker beispielsweise kurz nachdem sie eingeladen wurden ein höheres Amt an , eingeladene Chefs aus der Industrie können sich auch meist glücklich schätzen , weil Ihr Geschäft nach einem solchen treffen nur so boomt…etc( bsp. Gerhard Schröder und Angela Merkel waren beide im mai 2005 in Rottach-Eggern zum Bilderbergtreffen geladen, was danach geschah brauch ich ja wohl kaum erwähnen , schröders neuer berater job und merkel wurde bk.anderes bsp.Deutsche Post AG…
interessant auch wie viele Cheffels von „wichtigen“ Zeitungen jedesmal vertreten sind.alles nur fake was wir über die medien erfahren und längst abgesprochene sache , meiner meinung nach .
in diesem sinne:lasset uns mit bildern berge versetzen!)cheers
April 12, 2007 at 7:43
die zentrale frage ist eben: was geht aus den ‘diskussionen’, absprachen, konsensen usw hervor? dazu gibt es eine reihe an ideen und anhaltspunkten doch es fehlen leider die unwiederlegbaren beweise (klar dürfte sein, dass die treffen nicht dazu da sind, damit sich die teilnehmer gegenseitig den rücken kraulen). man kann zwar bei entsprechendem einsatz einiges an interessanten gesichtspunkten zutage fördern und genau genommen reicht es in vielen fällen auch schon eins und eins zusammenzuzählen, um den äußerst fragwürdigenden charackter der konferenzen ans licht zu bringen. der aspekt den du aufwirfst, nämlich dass clinton
und blair die konferenzen besucht haben und danach präsident bzw. premier wurden, ist interessant. leider gibt es meines erachtens jedoch mal wieder keine beweise, dass bilderberg sozusagen zukünfte staatsoberhäupter aussucht. es bleiben nur spekulationen, ob es sich hierbei um einen zufall handelt, oder nicht bleibt unklar. wie an anderer stelle erwähnt: es gibt vieles noch zu klären…
eine weiterer wichtiger gesichtspunkt den du aufwirfst ist zweifelsfrei die rolle der medienvertreter an den konferenzen. dass die rolle dieser medienvertreter in dem kontext ebenfalls kritisch zu bewerten ist liegt nahe. selbst wenn es abgegriffen klingt, man kann es nicht oft genug sagen: aufgabe eines guten und gewissenhaften journalisten ist es, das verborgene öffentlich zu machen, die herrschenden bei ihrem ‘gesellschaftlichen wirken’ zu überwachen und über das beobachtete die breite öffentlichkeit zu informieren. stattdessen reihen sich diese medienvertreter nur allzu willfährig ein in die reihe der hofberichterstatter, um die eigenen karriere zu beschleunigen oder zu festigen. gleichzeitig schaden sie dem journalismus insgesamt dadurch so sehr, dass die schäden kaum noch zu beheben sind. es wäre interessant zu erfahren, inwieweit diese medienvertreter einfluss auf die öffentliche meinung im sinne bilderbergs nehmen. aber wie gesagt: es gibt einiges an aufklärungsarbeit zu leisten.
grüße an den alten filmpartner…
April 13, 2007 at 1:18
Zu Deiner zentralen Frage lieber Bud, erscheint mir leider nur die konsequent logische Antwort, genau wie Du es über die „laschen ,als auch korrumpierten“ Journalisten schreibst(auch wenn sie sich selbst in einem anderen Glauben wiegen),die geladenen Gäste wollen Geld Ruhm und Macht en masse ,am besten mindestens genau soviel wie Ihre Gastgeber es haben und ihnen dies auch kurz mal demonstrieren und suggerieren.
(unsere Welt folgt strengen gesetzen von der Natur bis hin zur Gesellschaft, wo ist da bitte Platz für Zufall..)
mal anders gefragt: kannst Du Dir einen Top Manager von einer Firma wie, sagen wir einmal Daimler-Benz vorstellen , der auch nur eine Minute seines Tages dem Zufall überlässt ?
sei gegrüßt,
terence
April 13, 2007 at 10:17
@terence
Ich denke, dass du mit deinem Zufalls-Begriff auf einer anderen Ebene argumentierst. Ich bin mit dir einer Meinung, dass sich sowohl die Natur als auch die Gesellschaft nach bestimmten Strukturgesetzen entwickeln.
Es geht hier aber nicht um einen philosophischen Determinismus, sondern um Intentionalität, also darum ob bestimmte gesellschaftliche Ereignisse – wie z.B. der von dir angesprochene Bundeskanzlerwechsel – Resultat eines Planes bestimmter Individuen und Gruppen sind oder maßgeblich durch eine Eigendynamik entstanden sind, die die beteiligten Akteure nicht beeinflussen konnten.
Sicherlich ist es richtig, dass ein Top-Manager von Daimler seinen Tag akribisch plant und bestimmte Entwicklungen zu steuern versucht. Dennoch wird wohl kaum jemand aufgrund der Komplexität des gesellschaftlichen Zusammenspiels vieler Individuen davon ausgehen, dass der Manager bestimmte Entwicklungen vollständig zu steuern vermag. So hat er z.B. nur einen bestimmten Einfluss darauf, wie Gewerkschaften oder Konkurrenten im eigenen Lager auf sein Handeln reagieren.
Gerade aber beim Thema Bilderberg wird oft ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass die dort sich versammelnden Akteure über diese Omnipotenz verfügen, große gesellschaftliche Entwicklungen im Detail intentional zu steuern.
Diese omnipotente Sichtweise wird der Komplexität des Ganzen einfach nicht gerecht und ist meiner Meinung genauso naiv wie die demokratietheoretische und massenmedial dominante Sichtweise, dass alle gesellschaftliche Entwicklung das „zufällige“ und nicht-intentionale Produkt des Zusammenspiels gesellschaftlicher Kräfte ist. Der Soziologe Charles Wright Mills hat das Simplifizierende dieser beiden Sichtweisen (zwar in Bezug auf die amerikanische Elite, aber generalisierbar) pointiert in seinem Klassiker „The power elite“ formuliert:
“The American elite is neither omnipotent nor impotent. These are abstract absolutes used publicly by spokesmen, as excuses or as boasts, but in terms of which we may seek to clarify the political issues before us, which just now are above all the issue responsible power”
Meiner Meinung befindet sich Bilderberg gerade in einem Spannungsverhältnis zwischen Omnipotenz und Impotenz. Das Bestreben Bilderbergs ist es – wie bei allen Elitezirkeln, gesellschaftliche Entwicklungen stärker zu steuern. Dies geschieht vornehmlich, wie zu beobachten ist, durch diskrete Netzwerkbildung einflussreicher Persönlichkeiten aus allen Teilbereichen der Gesellschaft. Eben die Bildung einer Seilschaft, die in dialektischem Sinne (mal wieder bequemer Hegel)sowohl der Organisation nützt (Bindung einflussreicher Personen an die Organisation und ihre Ziele) als auch den Eingeladenen wie z.B. dem im Artikel behandelten Friedbert Pflüger, die karrieredienliche Kontakte herstellen können.
In diesem Lichte betrachtet, wird eine Teilnehmerin wie die von dir angesprochene Angela Merkel eben nicht(nur)eingeladen, damit sie Bundeskanzlerin wird, sondern weil vorauszusehen ist,dass sie es mit großer Wahrscheinlichkeit werden wird.
Einen Gruß von
Karlstadt, samt einem Salut an den unvergessenen Karl Valentin