Denkfabriken wie die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ geben sich gerne als große „Bürgerbewegungen“ aus, die quer durchs Land das kollektive Bürgerbewußtsein präsentieren. Durch diese geschickt in den Medien inszenierte Überparteilichkeit wollen sie eben dieses Kollektiv davon überzeugen an den neuen, umgedeuteten Sozialstaat („Sozial ist, was Arbeit schafft“) neoliberaler Prägung und die dazu notwendigen Reformen zu glauben.

Informiert man sich jedoch ein wenig über die Hintergründe und schaut den Entstehungszusammenhang dieser „Bürgerbewegungen“ an, dann schrumpfen diese sehr schnell zu sehr speziellen arbeitgebernahen Interessenverbänden. Diese Hintergrundinfos finden sich naturgemäß in aller Regel nicht in den wirtschaftlich davon profitierenden (Werbeeinnahmen, kostengünstige Bereitsstellung von „redaktionellen“ Beiträgen undsoweiterundsofort) sogenannten Mainstream-Medien, sondern eher in alternativen Informationsquellen.
Umso mehr hat es mich überrascht, dass sich nun auch die Süddeutsche in einem Artikel mit der Hinterbühne dieser „Sozialbewegungen“ auseinandersetzt. Überrascht auch deshalb, weil die Ausrichtung der Süddeutschen (vor allem des Wirtschaftsressorts) konsequent neoliberal ist und mir als Abonnent seit Jahren immer öfter die großflächigen und (für die SZ) lukrativen Werbeanzeigen der „Beweger“ unkommentiert entgegenstrahlen.
Zum Artikel: Wie zu erwarten etwas lau, etwas kurz, etwas handzahm. Aber immerhin. Man ist bescheiden geworden in diesen Tagen.

Einen Gruß von
Karlstadt

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