Der Spiegel beklagt sich in einem Artikel über muslimische Verschwörungstheorien, die mit den Kofferbombenattentaten aufgekommen sind. Genau der Spiegel der, wie die anderen großen Mainstreamer, sich seit Tagen diskursiv an vermuteten aber nichtenttarnten Terrornetzwerken ergötzt (siehe Artikel vom 22. August). Also an Verschwörungstheorien im basalen Wortsinne.

Angesichts dieses Umstands könnte man die folgende Charakterisierung der beklagten Verschwörungstheorien durchaus auch als kritische Selbstreflexion eines reuigen ehemaligen Nachrichtenmagazins verstehen:

Was sich hier in diesen Tagen noch finden lässt, ohne groß danach zu suchen: Dutzende von Verschwörungstheorien darüber, wie es in der Welt wirklich zugeht. Und zwar solche, die sich durchaus widersprechen.

Er meint natürlich die anderen: Was folgt ist eine kopfschüttelnde Abkanzelung von muslimischen Phantasien, die aus „westlicher Sicht“ äußerst befremdlich sind. Wie beispielsweise die „seltsamen Thesen“, dass es beim Bundeswehr-Einsatz in Kongo um Geld gehen würde (wie absurd, der Gedanke) oder dass es sich bei den imaginierten Flüssigsprengstoffattentaten um Propaganda handle.

Endgültig disqualifizieren dürften sich die muslimischen Vtler in den Augen des Schreibers durch die verschwörungstheoretische Infragestellung des durchschnittlichen mündigen deutschen Medienrezipientens:

Dagegen sprechen manche Immigranten den Deutschen die Fähigkeit des klugen Medienkonsums ab. „Viele lesen doch nur ‚Bild‘ oder schauen Fernsehen, und die halten uns jetzt alle für Terroristen“

Diese Aussage ist auch für mich in der Tat etwas zu undifferenziert: Den Eindruck nämlich, dass alle Muslime (potentielle) Terroristen sind, kann man auch haben, wenn man Spiegel oder Zeit liest.

Einen Gruß von
Karlstadt

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