Wirklich erstaunlich: Zum fünften Jahrestag von 911 scheinen sich einige der etablierten Medien zumindest ansatzweise sachlich mit den dazugehörigen sogenannten Verschwörungstheorien auseinanderzusetzen.

So beschäftigen sich anlässlich des nahenden Jahrestages die Berliner Zeitung und die Frankfurter Rundschau überraschend unaufgeregt mit dem Thema 911-Verschwörungstheorie, letztere lässt sogar Matthias Bröckers unkommentiert zu Wort kommen, was wirklich Respekt verdient, angesichts des im journalistischen Feld bisher zu beobachtenden Auschlusses alternativer Deutungsmuster.

Aber natürlich überwiegen weiterhin die üblichen von Argumenten befreiten Diffamierungen wie sie vom „Wie es wirklich geschah“ wissenden Spiegel seit mehr als fünf Jahren verbreitet werden.
Auch ein Beitrag des heute-journal in Person der schlichten Marietta Slomka und dem zum Terror-Experten geadelten Elmar Theveßen steht dem in nichts nach und weist die typischen Strategien auf, mit denen alle von der offiziellen Verschwörungstheorie abweichenden Deutungsmuster als falsche Wirklichkeit gelabelt werden; wie zum Beispiel durch den zu Wort kommenden Psychologen, der die Existenz von Verschwörungstheorien traditionell mit dem Hang ihrer orientierungslosen Produzenten erklärt, sich in einer komplexen Moderne übereinfache Deutungsmuster zu schaffen (ja genau, und die Version mit in den Tora-Bora-Höhlen sitzenden Mastermind OBL, der die Al-Quaida-Armee fernsteuert, ist ein Ausbund an Differenziertheit).
Wobei allerdings das Unsicherheit verratende „wohl“ im Schlusssatz („Es gab zwar Hinweise auf die Anschläge, die die US-Regierung ignoriert hatte, aber wohl aus Überheblichkeit und Naivität, nicht wegen einer großen Verschwörung“)des merklich schnell produzierten Beitrags – wohl unbeabsichtigt – darauf hindeutet, dass auch hier die unreflektierte Gläubigkeit an die „offiziellen“ Stellen und ihre „offizielle“ Verschwörungstheorie langsam ins Wanken kommen könnte.

Diese Gläubigkeit findet sich auch in einem Bröckers-Interview der ‚alternativen‘ taz, dessen Durchführung an sich ja durchaus zu loben ist. Der Interviewer und seine Fragen jedoch dokumentieren weitgehend die in den etablierten Medien fehlende Distanz zur „offiziellen“ Wirklichkeitsdeutung:

Genau das ist doch der Tenor des offiziellen 9/11-Untersuchungsberichts: Es waren viele Daten und Indizien vorhanden, die aber nirgends zusammengeführt wurden. Für die staatlichen Sicherheitsbehörden ist das peinlich – das erklärt, was Sie Vertuschung nennen.

Und auch die folgende Bemerkung spricht nicht gerade für ein kritisches Bewusstsein:

Überall in der arabischen Welt steigt die Sympathie für den islamistischen Kampf gegen den Westen. Warum sollten sich westliche Regierungen gefakter Anschläge bedienen, um die Islamisten stark zu machen?

Der offensichtliche Zusammenhang zwischen Durchsetzung von Machtinteressen von westlichen Regierungen und der Konstruktion von Terrorangst (für die es zahlreiche geschichtliche Belege gibt – Ich empfehle die Lektüre eines Washington-Post-Artikels zu einem aktuellen Fall – die angeblich verhinderten Anschläge auf den Sears Tower -, der äußerst aufschlussreich hinsichtlich der „synthetischer“ Produktion vonTerrorangst ist) scheint der Autor naiv auszublenden, was symptomatisch für die generelle Funktionsweise der etablierten Medien ist, zu denen man mittlerweile leider auch die taz rechnen muss.

Eine im Konjunktiv geäußerte Bemerkung des Interviewers ist jedoch einsame Spitze und trift imo als Selbstbekenntnis der in Zusammenhang mit dem 11. September sich weiterhin dokumentierende Autoritätsgläubigkeit der Mainstreamer voll ins Schwarze:

Das müsste wirklich eine weltweite Verschwörung von Dämlichkeit sein.

Diesmal keinerlei Einwände, Herr Interviewer…

Einen Gruß von
Karlstadt

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