Das polnische Presseamt hat am vergangenen Mittwoch eine Regelung für Pressefotografen erlassen, die jenen verbietet soll, den polnischen Premier (wohl aufgrund seines Doppelkinnchens) im Profil abzulichten (was mittlerweile wieder durch den wackren Kaczynski zurückgenommen worden ist).

Diese expliziten Regieanweisungen haben einige demokratisch gesinnte Medienvertreter zu deutlicher Kritik veranlasst: „Solche Regelungen, wie Politiker zu fotografieren sind, kennen wir nur aus Diktaturen“, sagte DJV-Sprecher Hendrik Zörner in Berlin.

Man sieht an diesem Fall eben doch den Unterschied zwischen einer sprichwörtlich in den Kinderschuhen steckenden ‚Demokratie‘ wie in Polen, wo man sich noch nicht ganz aus ‚totalitären‘ Denk- und Handlungssstrukturen herausgelöst hat, und einer etablierten ‚Demokratie‘ wie sie etwa in der Bundesrepublik Deutschland am Werk ist. Hier gibt es nämlich in der Regel solche expliziten Regieanweisungen für die Medien nicht. Hier arbeiten normalerweise die etablierten Medien, in Harmonie mit dem politischen Feld, freiwillig und einvernehmlich an der angemessenen Inszenierung.

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Einen Gruß von
Karlstadt

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