Am Montag hatte die Generalbundesanwaltschaft bekanntgegeben, dass sechs Verdächtige festgenommen worden seien, die eine Terroranschlag auf ein Flugzeug am Frankfurter Flughafen geplant hätten.
Die mediale Aufmerksamkeit war der Generalbundesanwaltschaft damit natürlich sicher. Der Spiegel titelte umgehend: „Bundesanwaltschaft vereitelt Anschlag auf Flugzeug“, allseits besorgte Kommentatoren sahen den „Gefahrenraum“ Deutschland „im Fadenkreuz“ der terroristischen Bedrohung.

Heute, vier Tage später, erweist sich dieser geplante Anschlag mehr und mehr als das Produkt politischer Imagination.
So hat zunächst überrascht, dass fünf der sechs Terror-Verdächtigen schon am nächsten Tag wieder in die Freiheit entlassen wurden. In einem heute veröffentlichten Artikel der Süddeutschen Zeitung wird auch klar, warum dies so geschehen ist. In dem Artikel werden „Sicherheitskreise“ zitiert, die der Bundesanwaltschaft vorwerfen, die Terrorgefahr etwas „aufgebauscht“ zu haben. Gegen die vermeintlichen Terrorplaner habe es „nie ernsthafte Verdachtsmomente“ gegeben. Der Fall sei gar wegen seiner „Nichtigkeit“ längst zu den Akten gelegt worden. Zudem legt der Bericht nahe, dass die zu jeder guten Verschwörungsthoerie gehörenden „Hintermänner“, die man wie nach den fehlgeschlagenen Kofferbombenattentaten bei der Generalbundesanwaltschaft schnell zur Hand hatte, wohl nur in den Köpfen von Frau Harms und Co. zu existieren scheinen.

Mit diesen Informationen erscheinen die ‚verhinderten‘ Terroranschläge und deren Bekanntgabe, die nach Angaben der Sicherheitsbehörden den Zweck hatte, „den Fahndungsdruck und die Wachsamkeit der Bürger (zu) erhöhen.“ in einem etwas zweifelhafteren Lichte.
In der anvisierten „Wachsamkeitserhöhung“ der Bevölkerung – argwöhnisch könnte man auch von der Produktion von Terrorangst sprechen – liegt wohl auch tatsächlich das Hauptmotiv für den „übereifrigen“ Aktionismus der Bundesanwaltschaft begründet, der wahrscheinlich auch durch die Öffentlichkeitsarbeit des MI5 befeuert wurde. Der hatte in der vergangenen Woche, wie berichtet, mit qualitativ und quantitativ weitaus imponierenderen Gedankengebilden die „Wachsamkeit“ der englischen Bevölkerung zu erhöhen versucht.

Einen Gruß von
Karlstadt

Update: Hier ein guter Artikel von Florian Rötzer zu diesem Thema

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