Nichts gemacht haben wollen, nichts gesehen haben wollen , nichts gehört haben wollen. An der Fabrikation dieser Version arbeiten deutsche Regierung und Ermittlungsbehörden, seit es die ersten Verdächtigungen betreffs Wissen und ‚Logistikleistungen‘ rund um die US-Amerikanischen ‚Foltertransporte‘ und Menschenverschleppungen gegeben hat. Allerdings weist diese Version mittlerweile durch den Schmutz, der immer wieder an die Oberfläche drängt, den ein oder anderen Fleck auf:

Da fühlt sich der unwissende EX-Innenminister und Ehrenmann Schily, der sich nicht gerne als Erfüllungsgehilfe der Staatsanwaltschaft mißbraucht sieht, an seine „Vertraulichkeit“ betreffs ‚gebeichteter‘ Verbrechen gebunden. (‚Quelle‘)

Da greift das Innenministerium höchtstinstitutionell selbst ein, um kritisches Nachfragen deutscher Botschafter im Fall El-Mari zwecks Völkerverständigung zu unterbinden. (Quelle)

Da werden geheim tagende Untersuchungsausschüsse konstituiert, die Dunkel ins öffentliche Licht bringen sollen. (Quelle)

Da gibt es, wie bei jeder großen Polit-Affäre (siehe Visa-Affäre), die Figur des ungezogenen Mitarbeiters, der seine Chefs einfach nicht über seine Erkenntnisse informieren will, so dass diese in ihrer unwissenden Unschuld keine Chance hatten, beherzt und rechtsstaatlich eingreifen zu können (Quelle)

Da will man trotz öffentlich zugänglicher Quellen von Regierungsseite nichts davon wissen, dass Deutschland eine logistische Schaltzentrale von illegalen ‚Foltertransporten‘ ist/war. (Quelle)

Und da sehen Münchner Staatsanwaltschaften trotz bekannter Identität der Entführer keine Handlungsspielräume für Anklageerhebungen. (Quelle)

Genau diese Münchner Staatsanwaltschaft hat nun für ein weiteren absurden Höhepunkt im mediopolitischen Affentheater gesorgt. So ist ans Licht gekommen, dass der Anwalt des Entführungsopfers El-Masri von den Staatsanwaltschaftlern abgehört worden ist.
Das eigentliche Absurde an der Aktion ist die – eine Mischung aus Dummheit und Dreistigkeit dokumentierende – Begründung der Staatsanwaltschaft: Man habe gehofft, etwas über die Entführer erfahren zu können, möglicherweise auch dadurch, dass sich die Entführer bei El-Masri melden und dass man so der Identität der Täter habhaft werden könne. („Wir wissen ja nicht von vorneherein, wer da alles anruft.“)

Ein absurder und blutiger Witz angesichts des oben dokumentierten Aufklärungswillen der Staatsanwaltschaft. Die sich zur Schau stellende Fadenscheinigkeit, die dieser Aussage anhaftet, hat auch einige Politakteure , wie Dieter Wiefelspütz z. B., zur Kritik angeregt, für den die Sache überraschend deutlich „zum Himmel stinkt“.
Er gibt der Staatsanwaltschaft auch gleich noch einen konstruktiven Ratschlag mit auf den Weg, mit dem der verdächtige Geruch wieder vertrieben werden kann: „Da müssen sie sich eine gute Erklärung zurechtlegen.“

Man hat sich das Affentheater lange genug angeschaut, um sicher zu sein, das sie das auch tun werden. Und ebenso sicher, dass die der Aura des Offiziellen verfallenen Medien diese Rechtfertigungen in bewährtem „Verlautbarungsjournalismus“ der ‚Neutralität‘ halber weitgehend unkommentiert abdrucken und abfilmen werden.

Und die Welt dreht sich weiter wie bisher und der Kopf des Militärischen Humanismus ist ein Meister aus Guantanamo.

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