„Maybe it is time to start bombing Iran.“

Kriegerische Kommentare wie dieser finden sich zur Zeit viele in den Kommentarlisten von Artikeln, die sich mit der Gefangennahme 15 britischer Matrosen durch den Iran befassen.
Überblickt man die massenmediale Berichterstattung zu dem „Zwischenfall“, dann kommt man nicht umhin, festzustellen, dass die Medien durchaus zu dieser sich breit machenden Kriegsstimmung beitragen. So wird der Vorfall nahezu unisono implizit oder explizit als iranische Aggression bewertet und mit journalistischer Gewissheit der Eindruck bestärkt (interessant ist auch der Vergleich der Kommentierung von Äußerungen offizieller britischer und iranischer Stellen, wie z. B.: „Die iranische Regierung behauptet“, „Nach Darstellung Londons waren…eindeutig“), dass sich die britischen Boote außerhalb iranischer Hoheitsgewässer bewegt haben – in den meisten Fällen, ohne dies durch geographische Angaben zu belegen, versteht sich.
Manche Kommentatoren, wie etwa der qualitätsjournalistische Wolfgang Koydl von der Süddeutschen gehen sogar so weit, den Vorfall faktenfrei als Akt der „Piraterie“ zu bezeichnen, und ihn so als quasi-terroristischen bzw. verbrecherischen Akt einzustufen. Darüber hinaus vergisst Herr Koydl auch nicht fast schon obligatorisch auf das „mörderische Regime“ und die Atomwaffengefahr hinzuweisen.

Resümierend ist festzuhalten, dass die mediale Aufbereitung des „Zwischenfalls“ ein weiteres geschichtswiederholendes Beispiel dafür ist, wie die etablierten Medien strukturell als „Überzeugungstäter“ fungieren, die durch unkritische bzw. einseitige Berichterstattung Akzeptanz für die Operationen eines geostrategischen Militarismus erzeugen – und damit die Voraussetzungen schaffen, den Vorschlag des anfangs zitierten Kommentators in die Realität umzusetzen.

Karlstadt

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