Ex-Bundespräsident und immer noch amtierender „Rucker“ Roman Herzog hat sich im Focus mal wieder öffentlich zu Wort gemeldet. „In der für ihn typischen Mischung aus messerscharfer Analyse, ernsten Ratschlägen und augenzwinkerndem Spott“, wie der Focus Herzog verzückt charakterisiert, mäkelt er nicht nur bequem wie die meisten anderen an der Politik herum, sondern spricht, wohltuend anders, Lob für die große Koalition, die „Ruck-Regierung“ aus, bei der es jetzt endlich so „ruckt“, wie er es sich schon zu amtierenden bundespräsidialen Zeiten gewünscht hätte.
Das gemeine lohnabhängige Volk dagegen kommt leider, ob seiner kognitiven Beschränktheit, unter das analytische Fallbeil des alten weisen Mannes. „Die Mehrheit der Deutschen hat noch nicht verstanden, was und wie viel sich ändern muss.“ „Lethargisch“ gegenüber Veränderungen, so Herzog, ist der Deutsche, der immer noch nicht die Zeichen der Zeit erkannt hat, die verkünden, dass er in seiner Besitzstandsfixiertheit reformiert und flexibilisiert werden müsse, auf Teufel komm raus. Kurz: Dass es doch zum Wohl des Landes ist, wenn er mal ein paar Zwiebelringe weniger in den servierten Wurschtsalat geworfen bekommt.

Im „Konvent für Deutschland“, einem großen überparteilichen, unabhängigen, erfahrungsgeleiteten und natürlich gemeinnützigen Verein engagierter Rucker, der von Hans-Olaf Henkel und Roland Berger initiert wurde, wird man so viel mahnende analytische Schärfe des Vorsitzenden und Konventskollegen mit äußerst interesselosem Wohlgefallen zur Kenntnis genommen haben. Arbeitet man da doch schon seit Jahren gemeinsam und gemeinnützig an der „Reform der Reformfähigkeit“, also an der Beseitigung der erwähnten kognitiven Beschränktheit des lethargisch-lohnabhängigen Deutschen.
Auf dass sich erfülle (und in den Köpfen des Deutschen erklinge), was Herzogs Vorstandskollege Hans-Olaf Henkel schon lange zu seinem öffentlichen Mantra erkoren hat: „Leistung muss sich wieder lohnen!“

Karlstadt

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