Die Meldungen lassen aufhorchen: Nach bisher noch nicht von offizieller Seite bestätigten Informationen sollen so genannte agents provocateurs unter die Demonstranten geschleust worden sein, um die Gewaltbereitschaft bei den Demonstrationen zu schüren. Wenn sich diese Behauptung, die von einer Gruppe der Demonstranten und vom anwaltlichen Notdienst aufgestellt wurde, als wahr herausstellen sollte, dann werden wieder einmal die unsichtbaren Strukturen hinter der demokratischen Fassade für einen Moment sichtbar.
Es sieht so aus, als ob agents provocateurs zur Politik der demokratischen Staaten so dazu zu gehören, wie eine ‚Strategie der Spannung‘ , die aus den Gladio-Einsätzen ihren Sprung ins 21. Jahrhundert geschafft zu haben scheint. Wie perfide ein Staat agents provocateurs einsetzten kann, zeigt in anschaulicher Weise dieses Video über die blutigen Tage des G8-Gipfels in Genua 2001.

Die politischen Gefahren für die Bevölkerung, die sich aus staatlich ‚gedopten‘ Gewaltaktionen ergeben, können nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Manipulation der Bevölkerung zur Zustimmung einer bestimmten, von Repressivität geprägten Politik ist dabei noch eine der offensichtlichsten negativen Auswirkungen. Offenbar haben bestimmte Kreise immer wieder ein Interesse daran, eine Spirale der Gewalt zu erzeugen, um nicht mit demokratischen Spielregeln übereinstimmende Ziele zu erreichen. In einem Spiegel-Online Artikel heißt es:

„Ulf Claassen ist Sprecher der Polizei-Sondereinheit „Kavala“. Auch er habe inzwischen Informationen zu dem Vorfall mit dem „sogenannten Zivil-Polizisten“ vorliegen, sagt Claassen SPIEGEL ONLINE, einen offiziellen Bericht dazu aus der zuständigen Einheit aber nicht. „Tatsache ist, dass wir keinen Beamten vermissen, es handelt sich also um keinen Kavala-Polizisten“, sagt der Polizeisprecher. So etwas gehöre seiner Meinung nach auch „nicht in einen Rechtsstaat, das wäre inakzeptabel und unverhältnismäßig“. Allerdings, was beispielsweise der Verfassungsschutz tue, darüber sei er nicht informiert. Ein Dementi klingt anders.“

Die Frage, welche Interessen und welche Kreise im Detail dafür sorgen, dass solche ‚Provokateure‘ zum Einsatz kommen, dürfte aber mal wieder nicht vom Mainstream-Journalismus als Thema aufgegriffen werden. Dennoch sollte man nicht die staatlichen Einsatzkräfte vor Ort im Allgemeinen verteufeln. Es ist davon auszugehen, dass es sich bei diesen agents provocateurs-Einsätzen, wie in anderen Fällen auch, nur um kleine, verdeckt operierenden Zellen handelt, die über ein Bandenspiel von höchsten Stellen protegiert und angewiesen werden.
Aufhorchen lässt dann auch eine Meldung, wonach ein CIA-Agent mit Plastiksprengstoff von Polizeikräften entdeckt worden ist. Dieser habe darauf gesagt, es handele sich nur um einen Test, ob die Sicherheitskontrollen auch funktionierten.
Am Rande des G8-Gipfels in Deutschland scheint sich das alte Muster aus staatlichem Terror und Geheimdiensten mal wieder auf mehr oder weniger subtile Art zu offenbaren.

bud spencer

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