Man hört in den heutigen Tagen nicht zu wenig, dass es ja, entgegen überkommener Überzeugungen, doch tatsächlich Bomben geben kann, die, den richtigen Kontext vorausgesetzt, da herniederfallen und Gutes tun. Gutbomben sind Bausteine von Gutkriegen, hört man, mächtig die Kriege zu befrieden und zu präventionieren. Je mehr humane Gutkriege zur Beendigung und Präventierung von nichtsolchen Kriegen, umso besser, ertönt es vielerorts von der mediopolitischen Heimatfront.
Dieser, sagen wir mal, ‚eigenwilligen‘ Logik folgend scheint es nicht mehr als schlicht und einfach konsequent, bemüht darum zu sein, den Urgrund dieser friedensschwangeren Guthumankriege nicht unbestellt zu lassen.
Das wissen die – man verzeihe mir das Wortspiel – rüstigen Damen und Herren in der BRD wohl nur zu genau. Zumindest zeugt ein Bericht eines schwedischen Forschungsinstitutes davon: Mit exportierten Bomben und Co. im Werte von 3,8 Milliarden Dollar im Jahre 2006 hat man dafür gesorgt, dass die Gutbomben auch weiterhin Gutes werden tun können. Dass dieses Exportieren für die oben gepriesene gute Sache ist, lässt sich aus der sorgsamen Wahl der Empfänger herauslesen. Nein, man kann den erwähnten Damen und Herren in der Tat nicht vorwerfen, dass sie diese Exporte wahllos getätigt hätten, nein wahrlich nicht, wie uns die Frankfurter Rundschau verkündet:

Führender Empfänger deutscher Waffen sind Staaten, die kriegerische Konflikte führen. Ein bedeutender Anteil der deutschen Waffentransfers erfolgt ausgerechnet in die Entwicklungsländer, die Entwicklungshilfe beziehen. In beträchtlichem Umfang wurden deutsche Waffen an Länder in Krisen- und Kriegsgebiete des Nahen Ostens, Asiens und Afrikas verkauft.

Der aufmerksame Zuhörer und Beobachter antizipiert und kombiniert: Die gepriesenen Gutbomben stecken in dem Export fast zwingend schon drin, ein logischer Kreislauf schließt sich beinahe zu einem perpetuum mobile, nicht wahr? Für gewinnbringende und wiederfriedenmachende Gutbomben als Kompensation dieses morbiden Exportierens ist wohl bestimmt schon gesorgt, bei den betreffenden Damen und Herren der BRD. Und beinahe hört man sich halberinnernd leise sagen: Der humane Tod ist wieder mal ein Meister aus Deutschland.

karlstadt

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