Verschwörung(stheorien)


Neben den zahlreichen Medienbeiträgen zum sechsten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 strahlt das ZDF heute Abend zur ‚Prime Time‘ auch eine Dokumentation über die so genannten „Verschwörungstheorien zum 11. September“ aus, die sich als alternative Deutungsmuster fest im öffentlichen Diskurs etabliert haben.

Zunächst zu den positiven Aspekten der Sendung: Anders als die überwiegende Zahl der meisten Beiträge etablierter Medien über die „911-Verschwörungstheorien“ ist die Dokumentation im Ton erfreulich sachlich: Das heißt, es erfolgen nicht die gewohnten Pathologie- und Psychatrisierugsunterstellungen (Paranoiker, Verschwörungsjunkies, Apokalyptiker etc.), Beleidigungen (so bezeichnete beispielsweise Hans Leyendecker Andreas von Bülow in einem Radiointerview als „Psychopathen“), Ausschwitz-Leugner-Vergleiche („Die September-Lüge“) und dergleichen, sondern man konzentriert sich tatsächlich vornehmlich auf das Argumentative in „Mythos und Wahrheit“.

Leider, um zum Negativen zu kommen, ist diese Argumentation in ihrer Gesamtheit in vielerlei Hinsicht eher mangelhaft. Dies ist vor allem durch die Zielsetzung der Produzenten und Macher bedingt, die schon im Vorfeld klarmachen, wie das Èrgebnis der „Wahrheitsprüfung“ ausfallen soll: So sagte der ZDF-Haushistoriker und Produzent der Serie, Guido Knopp, im Vorfeld, dass es Zielsetzung der Dokumentation sei, die im Internet kursierenden Verdächtigungen und Verschwörungstheorien zu entkräften, was nicht gerade als vorurteilsfreie Herangehensweise bezeichnet werden kann.
Diese Haltung schlägt sich auch deutlich in der Dokumentation nieder. Entsprechend der geäußerten Zielsetzung Knopps werden Erklärungen gesucht, die den Verschwörungstheorien widersprechen und die offizielle Darstellung stützen. Der Beitrag ist so aufgebaut, dass zunächst bekannte „verschwörungstheoretische“ Thesen wiedergegeben werden, wie beispielsweise die Sprengung der WTC-Gebäude oder die Theorie, dass eine Cruise-Missile ins Pentagon eingeschlagen sei (also eher die spekulativen VTs), um diese anschließend durch vermeintliche Experten und Fakten zu entkräften.

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Erst der „Mythos“, dann die „Wahrheit“: „Verschwörungstheoretiker“ Andreas von Bülow und „Luftwaffenexperte“ Stephen Trimble

Das resümierende Resultat mündet demnach wenig überraschend in der Bekräftigung der „Inkompetenztheorie“, wie die offizielle Darstellung der Ereignisse vom 11. September 2001 von einigen Akteuren aus dem „verschwörungstheoretischen“ Lager ironisch bezeichnet wird: Die USA wurde von den Angriffen überrascht, das entstehende Chaos, habe eine effektive Luftabwehr verhindert uswusf.

Denoch hat auch die Doku „Mythos und Wahrheit“ im Rahmen ihrer Recherchen eine Verschwörung ausgemacht, die allerdings nach dem 11. September 2001 stattgefunden habe. In der Presseerklärung bekundet Michael Renz, Regisseur der Dokumentation, dass man während der Recherche „auf eine Mauer des Schweigens“ (deren Darstellung in der Sendung selbst leider sehr knapp abgehandelt wird) gestoßen sei. Durch Tricks und Nichtkooperation seitens des Pentagon und der betroffenen Airlines sei es unmöglich gemacht worden, die entsprechenden Flugzeugtrümmer zu zeigen, mit denen man den Verschwörungstheorien den Wind aus den Segeln habe nehmen wollen. Diese Verschwörung nach 911 wird jedoch nicht als Infragestellung der offiziellen ‚Überraschungstheorie‘ betrachtet, sondern als deren Bekräftigung: Man habe sich nicht verschworen, um die Täterschaft, sondern um die eigene Inkopetenz zu kaschieren (wobei sich die einfache Frage stellt, welche Art von Inkompetenz man denn durch Vorenthalten der Flugzeugtrümmer verbergen will).

Unterm Strich also eine formal sachliche, aber inhaltlich nach den bewährten Mustern verfahrende Medienproduktion über die „Verschwörungstheorien zum 11. September“, die ähnlich wie die bisherigen medialen Beiträge über „Verschwörungstheorien“ eine Art Theodizee praktiziert, mit der die offizielle Theorie und die massenmediale Deutungshoheit bezüglich 911 gegenüber der großen Zahl von Skeptikern und Abweichlern legitimiert und verteidigt werden soll. Bemühungen übrigens, die im Großen und Ganzen von den Kollegen vom Fach wie z.B. bei der FAZ oder der taz (mit kritischem Ansatz der tagesspiegel) mit Wohlwollen honoriert werden.

karlstadt

Fast punktgenau mit dem Eintreffen Angela Merkels zum Staatsbesuch in China schlug der Spiegel in seiner Titelgeschichte vom Montag Alarm. In eindringlicher Form beschwört diese die Bedrohung des deutschen Staates durch chinesische Wirtschaftsspionage. In dem Artikel findet sich eine verdichtete Ansammlung von einfachen rassistischen Stereotypen, Klischees und Verschwörungstheorien, die den Artikel geradezu zu einem Paradebeispiel für einen manipulativen Journalismus werden lässt.

Die angeführten Strukturelemente der Titelgeschichte zeigen sich schon symbolisch verdichtet in der Covergestaltung des Nachrichtenmagazins. So offenbart der Titel „Die gelben Spione“ deutlich den rassistischen Grundton des Artikels, indem, ganz typisch für rassistische Wahrnehmungsmuster, die Mitglieder einer Volksgruppe auf ein einziges Merkmal, d.h. auf ihre Hautfarbe reduziert werden (was im Artikel leicht variierend wiederholt wird: „die gelbe Gefahr“). Ein anderer erhellender Aspekt: Die attraktive Chinesin, die durch eine rote Jalousie blickt, und ebensogut einem James Bond-Film entstammen könnte, verweist sowohl auf die wirkungsvollen mediensozialisatorischen Einflüsse, denen die Spiegel-Macher unterliegen, als auch auf den generell für den Spiegel der letzten Jahre zum Markenzeichen gewordenen Hang zum Klischee und zum Fiktionalen.

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Dieser Hang zum fiktionalen Erzählgenre findet sich auch zu Beginn des Artikels, in einem „szenischen Einstieg“, wie er strukturgleich seit Jahrzehnten vom Spiegel verwendet wird.

„Es war an einem Dienstag im Mai, als die Bundesregierung vom Angriff auf Deutschland erfuhr:Im Lagezentrum des Kanzleramts, vierte Etage. saßen an diesem Morgen die Staatssekretäre der wichtigsten Ressorts: Innen, Außen, Justiz und Verteidigung.“

Ein paar Zeilen später lässt der Spiegel in aller Fabulierkunst, als ob das Autorenkollektiv mit im „Lagezentrum“ gesessen hätte, einen „Mann im Raum“ erstehen, der mit „eisgrauem Bart“ und „festem Blick“ von der analogen und digitalen „gelben Gefahr“ warnt. Diese Gefahr wird auf den folgenden Seiten mit mehr oder weniger subtilen diskursiven Strategien, die als Lehrstück massenmedialer Propaganda dienen könnten,untermauert und beschworen. So wird die Bedrohung durch „Trojaner“ und Spione aus China mit drastischen Begriffen dargestellt, wobei man sich vor allem einer militärischen Terminologie bedient. Schon das Setting des „szenischen Einstiegs“ mit dem angeführten „Lagezentrum“ und dem erfolgten „Angriff auf Deutschland“ ist eindeutig an ein Kriegsszenario angelehnt, das folgend weiter ausgebaut wird: Der Spiegel schreibt eine Geschichte von „digitalen Armeen“, „digitalen Abwehrschlachten“, „Spionagetrupps“, lässt eine „Volksarmee“, ein „Heer von Chinesen“ aufmarschieren, die einen Angriff auf „unsere Volkswirtschaft“ ausüben. Generell wird so sprachlich – gleich ob bewusst oder unbewusst – aus einem Akt der Wirtschaftskriminalität ein kriegerischer Akt gemacht, und so in den Sinnbereich des Militärischen überführt: in der Regel ein bewährtes und wirksames agitatorisches Mittel, um ein simples Freund-Schema zu konstruieren, durch das man die eigene Bevölkerung gegen einen „Staatsfeind“ mobil machen kann.

Kombiniert wird diese metaphorische Militarisierung im Artikel mit einer mehr oder weniger subtilen Darstellung einer negativen „chinesischen Mentaliät“, die für die „gelben“ Trojaner-Angriffe und Technologie-Raub verantwortlich gemacht werden. Insbesondere wird halb verdeckt, halb offen, das Bild des „hinterlistigen Chinesen“ gezeichnet. So erfährt man, dass die Gutmütigkeit der „enttäuschten“ deutschen Regierung, ungeachtet aller aufrichtigen deutschen Bemühungen um die chinesische Freundschaft, ausgenutzt wird: „Umso härter trifft da der dreiste Versuch der chinesischen Geheimdienste, den Partner auszuplündern, den angeblichen Freund“. Dieses Täuschen und Ausplündern wird an anderer Stelle sehr direkt als Wesenszug und
„mentale Prägung“ des Chinesen an sich bewertet: Die Chinesen, geprägt durch Konfuzianismus und Maoismus, sind eine „‚People’s Republic of Cheats'“, eine Schwindlerrepublik“. Es folgt in dem Artikel eine Aufzählung zahlreicher und „üppiger Anekdoten“ (ja, auch sowas ist heutzutage journalistische Recherche) von „China-Reisenden“ und „China-Frustrierten“, die Opfer oder Zeuge der Technologie-Plünderungen wurden, und die das Klischee nicht nur des listigen, sondern auch noch kulturbarbarischen Chinesen verfestigen helfen, wie dies z.B. durch die Wiedergabe des seit Jahrzehnten grassierenden Mythos des Essens von Affengehirnen
suggeriert („Geschäftsessen, bei denen lebenden Affen mit einem Hämmerchen die Schädeldecke eingeschlagen wurde, um ihr warmes Gehirn auszulöffeln“).

Das tragende Strukturelement des Textes ist die Konstruktion eines großen Verschwörungsszenarios, das eng mit den bisherigen diskursiven Strategien verbunden ist, und alle Elemente einer echten Verschwörungstheorie enthält: So gibt es in der Geschichte des Spiegels einen greifbaren Verschwörer in Gestalt des „Politbüros“, das einen „Masterplan“ entworfen hat, der auf die erwähnte indoktrinierte „Volksarmee“, auf ein „informelles Spionagenetzwerk“ von stolzen „800.000 Spitzeln“ zurückgreifen kann, die den „Angriff auf die deutsche Volkswirtschaft“ durchführen: „Es ist ein dichtes Graswurzelwerk gesät, keiner fordert so selbstverständlich seine in aller Welt verstreuten Landsmänner und Landsfrauen auf, zu kopieren und zu fotografieren, zum Ruhm und Vorteil der eigenen Volkswirtschaft.“ Es wird, wie üblich bei Verschwörungstheorien, ein Generalverdacht geäußert, konkret: Jeder im Ausland lebende Chinese ist ein wahrscheinlicher Spitzel und Denunziant, was durch das Berufen auf einen chinesischen Überläufer mehr als deutlich gemacht wird:

„Jeder Student, jeder Geschäftsmann, der ins Ausland gelassen wird, steht in der Schuld der Partei“…Er revanchiert sich als Spitzel, als Denunziant“

Kreiert wird hier offenkundig eine große Verschwörungstheorie, in der eine heimliche Invasion einer hinterlistigen chinesischen ‚Volksarmee‘ gegen die westlichen Volkswirtschaften am Werk ist. Alles in allem also, wie die Ausführungen zeigen dürften, ist das Machwerk „Die gelben Spione“ ein primitiver propagandistischer Beitrag, hinter dem ein wie auch immer motiviertes Bemühen zum Ausdruck kommt, ein nationales Feindbild zu schaffen bzw. zu reaktivieren. Ein Feindbild, das den westlichen politischen Machteliten aus verschiedensten Gründen sehr gelegen kommen dürfte und wohl als Element des sich neu formierenden geopolitschen Ost-West-Konfliktes betrachtet werden kann. Dieses journalistische Bemühen des Spiegels mag bestenfalls einer unbewussten Internalisierung traditioneller Feindbilder geschuldet sein: angesichts der auffälligen Synchronisierung des Beitrags (dessen Thematik ja nicht tagesaktuell ist, sondern wohl durch die Dienste taktisch lanciert ist) mit dem deutsch-chinesischen „Gipfeltreffen“ scheint es sich hier jedoch vielmehr (also auch eine Verschwörungstheorie) um eine willfährige mediale Unterstützung einer machtpolitischen PR-Aktion von Geheimdiensten und Co. zu handeln.

Die Meldungen lassen aufhorchen: Nach bisher noch nicht von offizieller Seite bestätigten Informationen sollen so genannte agents provocateurs unter die Demonstranten geschleust worden sein, um die Gewaltbereitschaft bei den Demonstrationen zu schüren. Wenn sich diese Behauptung, die von einer Gruppe der Demonstranten und vom anwaltlichen Notdienst aufgestellt wurde, als wahr herausstellen sollte, dann werden wieder einmal die unsichtbaren Strukturen hinter der demokratischen Fassade für einen Moment sichtbar.
Es sieht so aus, als ob agents provocateurs zur Politik der demokratischen Staaten so dazu zu gehören, wie eine ‚Strategie der Spannung‘ , die aus den Gladio-Einsätzen ihren Sprung ins 21. Jahrhundert geschafft zu haben scheint. Wie perfide ein Staat agents provocateurs einsetzten kann, zeigt in anschaulicher Weise dieses Video über die blutigen Tage des G8-Gipfels in Genua 2001.

Die politischen Gefahren für die Bevölkerung, die sich aus staatlich ‚gedopten‘ Gewaltaktionen ergeben, können nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Manipulation der Bevölkerung zur Zustimmung einer bestimmten, von Repressivität geprägten Politik ist dabei noch eine der offensichtlichsten negativen Auswirkungen. Offenbar haben bestimmte Kreise immer wieder ein Interesse daran, eine Spirale der Gewalt zu erzeugen, um nicht mit demokratischen Spielregeln übereinstimmende Ziele zu erreichen. In einem Spiegel-Online Artikel heißt es:

„Ulf Claassen ist Sprecher der Polizei-Sondereinheit „Kavala“. Auch er habe inzwischen Informationen zu dem Vorfall mit dem „sogenannten Zivil-Polizisten“ vorliegen, sagt Claassen SPIEGEL ONLINE, einen offiziellen Bericht dazu aus der zuständigen Einheit aber nicht. „Tatsache ist, dass wir keinen Beamten vermissen, es handelt sich also um keinen Kavala-Polizisten“, sagt der Polizeisprecher. So etwas gehöre seiner Meinung nach auch „nicht in einen Rechtsstaat, das wäre inakzeptabel und unverhältnismäßig“. Allerdings, was beispielsweise der Verfassungsschutz tue, darüber sei er nicht informiert. Ein Dementi klingt anders.“

Die Frage, welche Interessen und welche Kreise im Detail dafür sorgen, dass solche ‚Provokateure‘ zum Einsatz kommen, dürfte aber mal wieder nicht vom Mainstream-Journalismus als Thema aufgegriffen werden. Dennoch sollte man nicht die staatlichen Einsatzkräfte vor Ort im Allgemeinen verteufeln. Es ist davon auszugehen, dass es sich bei diesen agents provocateurs-Einsätzen, wie in anderen Fällen auch, nur um kleine, verdeckt operierenden Zellen handelt, die über ein Bandenspiel von höchsten Stellen protegiert und angewiesen werden.
Aufhorchen lässt dann auch eine Meldung, wonach ein CIA-Agent mit Plastiksprengstoff von Polizeikräften entdeckt worden ist. Dieser habe darauf gesagt, es handele sich nur um einen Test, ob die Sicherheitskontrollen auch funktionierten.
Am Rande des G8-Gipfels in Deutschland scheint sich das alte Muster aus staatlichem Terror und Geheimdiensten mal wieder auf mehr oder weniger subtile Art zu offenbaren.

bud spencer

Es ist bezeichnend für die gegenwärtige Lage im Journalismus, dass nicht die New York Times, die Faz oder das ‚Nachrichtenmagazin’ Der Spiegel über die Vermutungen des ausgewiesenen Biowaffen-Experten Francis A. Boyle berichten, sondern das Erotik-Magazin Hustler dieser Aufgabe nachkommt. Der Experte, der für die erste Bush-Regierung arbeitete, äußerte mit gewichtigen Argumenten den Verdacht, dass die Milzbrand-Erreger aus den Anschlägen von 2001 in den USA, nur aus einem US-amerikanischen Labor stammen können. Boyle geht darüber hinaus von einer Beteiligung von Teilen der US-amerikanischen Regierung an den Anschlägen aus. Die Regierung habe wahrscheinlich durch die Inszenierung der Anschläge bewirken wollen, dass der Patriot Act und der Military Commission Act einfacher von der Legislative abgesegnet werden. Boyle, der eine Doktortitel in Rechts- und Politikwissenschaft hat und Bosnien Herzegowina vor dem Weltgerichtshof Vertrat, warnt in dem Artikel außerdem vor einem sich ausbreitenden Faschismus in den Vereinigten Staaten durch die entsprechende Veränderungen der erfolgten rechtsstaatlichen Rahmenbedingungen von Regierungsseite.

Der Artikel baut auf einem Interview auf, das der US-amerikanischen Radiojournalist Alex Jones mit Francis A. Boyle führte

Hier noch ein Link zu einem Artikel,der ebenfalls auf einem Radio-Interview in der Alex-Jones-Show basiert und in dem Boyles Thesen zum Irakkrieg aufgegriffen werden (Mit mp3-Interview-Link).

Mit einer gehörigen Portion Kreativität gehen schon seit einiger Zeit die Mitglieder des 9/11 Truths Movements in den USA vor, um ihre Sicht bezüglich der Terroranschläge des 11. Septembers der Öffentlichkeit mitzuteilen. Dieser kurze Film
zeigt die Aktivisten bei ihrem Vorgehen.

Der Vorsitzende der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus, Friedbert Pflüger, nahm 2006 an der Bilderberg-Konferenz im kanadischen Ottawa teil. Auf der Homepage des Politikers findet man eine Pressemeldung, worin die Teilnahme an dem Treffen des Elitenzirkels bekannt gegeben wird. Außerdem wurde ein Bild veröffentlicht, das Pflüger, wie es heißt, neben „seinem langjährigen Freund“ Henry Kissinger am Rande der Konferenz zeigt.

Das öffentliche Zugeständnis eines Politikers über die Teilnahme an der einmal im Jahr stattfindenden Veranstaltung bereits unmittelbar nach der Konferenz, könnte auf eine strategische Veränderung von Bilderberg bezüglich des Umgangs mit der Öffentlichkeit hindeuten. Noch bis vor einigen Jahren waren Statements von Teilnehmern der Konferenzen sowie aktiven Mitgliedern von Bilderberg kaum zu finden. Und so verhielt es sich auch mit der medialen Berichterstattung. Erst mit dem Internet wurde die Bilderberg-Group in der Öffentlichkeit zunehmend bekannter, da jene Personenkreise, die sich intensiv mit dem Phänomen Bilderberg beschäftigten, ihre Erkenntnisse einer breiteren Öffentlichkeit zukommen lassen konnten. Mittlerweile findet im Internet eine regelrechte Jagd auf den genauen Zeitpunkt der Konferenzen statt und es werden Verabredungen getroffen, um gegen die nicht öffentlichen Treffen vor Ort zu protestieren, bzw. die beobachtbaren Geschehnisse um die Konferenzen zu ‚überwachen’. Erst in den letzten Jahren haben sich aufgrund der ‚Pressearbeit’ der Bilderberg-Gegner auch die Mainstreammedien mit dem Thema befasst (z.B. die Asia Times, CNN, BBC, Münchner Merkur) – wenn auch nur oberflächlich.

Aufgrund einer immer stärker interessierten Öffentlichkeit könnte es nun sein, dass Bilderberg nach über 50-jähriger erfolgreicher Verschleierung der Treffen der wachsenden Kritik durch eine Art Teilöffnung entgegenzutreten versucht. Was aus strategischen Gründen durchaus Sinn macht: Der große Vorwurf der Gegner der Konferenzen, nämlich, dass die Bilderberger eine geheime Weltregierung seien, die die Welt aus dem Verborgenen steuert, würde mit einer zunehmenden Öffnung (zumindest vordergründig) erheblich abgeschwächt werden.

Es könnte aber auch sein, dass Pflüger sich nicht aufgrund einer neuen Bilderberg-Policy öffentlich zu dem Elitenzirkel bekannt hat, sondern dass es sich dabei um eine individuelle Entscheidung gehandelt hat. Dann kann man allerdings auch davon ausgehen, dass die individuelle Entscheidung aus strategischen Gründen getroffen wurde. Sie dürfte ebenfalls mit einem gesteigerten öffentlichen Interesse an den Konferenzen zu tun haben. Wenn dann der Vorwurf der Teilnahme an den Konferenzen erhoben wird, kann der Volksvertreter darauf verweisen, dass er die Teilnahme der Öffentlichkeit mitgeteilt habe und dass an den Konferenzen nichts Unredliches zu finden sei.
Bei beiden Erklärungsmöglichkeiten wird die Strategie deutlich, den Kritikern von Bilderberg durch mehr Öffentlichkeit den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Doch genau genommen ist das Eingeständnis des CDU-Politikers an der Teilnahme der Konferenzen alles andere als eine Unbedenklichkeitsbescheinigung. Zum einen bleibt die Bilderberg Gruppe ein elitärer Zirkel, der nach wie vor eine kritische Presse bei den Konferenzen nicht duldet, zum anderen wirft das Bekenntnis Pflügers zu Bilderberg ein äußerst zweifelhaftes Licht auf die Frage, wie ernst es Pflüger mit den basisdemokratischen Grundsätze meint, gegenüber denen der Volksvertreter verpflichtet ist. Denn, bei allen offenen Fragen, die es um das Phänomen Bilderberg noch zu klären gibt, so viel ist klar: Die Bilderberg-Gruppe oder genauer: diese Form der Zusammenkünfte von führenden Politikern mit hochrangigen Vertretern der Wirtschaft usw. ist in ihrem Kern zutiefst undemokratisch. Zwar wurde schon an anderer Stelle darauf verwiesen, dass die Behauptung, dass es sich bei Bilderberg um eine geheime Weltregierung handelt, in dieser Form äußerst unwahrscheinlich ist, doch sind die Probleme, die mit dieser Form der Elitenkommunikation verbunden sind, alles andere als unerheblich. In Elitenzirkel wie Bilderberg kommt es nämlich zu einem verschleierten politischen Formationsprozess und die Konsense, die während dieser Treffen unter den Machteliten erzielt werden, bahnen sich früher oder später in irgendeiner Weise ihren Weg in die für jedermann ersichtliche gesellschaftspolitische Alltagsrealität – nur wissen dann die wenigsten, wie diese Realität zustande kommt. Hinzu kommt, dass die Partizipation einer an Demokratie interessierten Bevölkerung aus diesen elitären politischen Formierungsprozessen vollkommen ausgeschlossen wird (wie heißt es in der Pressemeldung auf der Homepage von Pflügler: „Bilderberg-Konferenzen wurden erst von ca. 2000 Personen besucht“). Zu diesem Sachverhalt hat sich der Volksvertreter bisher aber noch nicht öffentlich geäußert.

Von Interesse ist nun aber die Frage: Warum wurde gerade Pflüger zu dem Treffen eingeladen? Zur Einladungs- und Rekrutierungspraxis der Bilderberger gibt es keinerlei dienliche fundierte Informationen. Nahe liegt jedoch, dass Personen eingeladen werden, die aufgrund ihrer Biographie, ihrer Persönlichkeit und ihren Verbindungen ‚wertvoll’ für die Konferenzen sind. Wie genau eine Einladung von Bilderberg abläuft, davon ist nichts bekannt. Wie kommen die Kontakte zustande? Welche Kriterien gilt es im Einzelnen zu erfüllen? – um nur zwei Fragen anzuführen, die der Volksvertreter auf seiner Homepage leider auch nicht beantwortet.
Dennoch lassen bereits die Informationen, die Pflüger bei seiner Internetpräsenz offenbart, bestimmte Rückschlüsse zu. Es führte an dieser Stelle zu weit, die Korrelation zwischen den vermutlichen Interessen der Machteliten und der politischen Haltung Pflügers zu analysieren. Für den geneigten Leser seien im Folgenden ein paar Statements des Politikers und ein Zitat der Bundeskanzlerin aufgeführt, die sich auf seiner Homepage befinden und die durchaus aufschlussreich sind:

„Das globale Netz des islamistischen Terrors erreicht eine neue Qualität der Bedrohung durch die Verbindung von nichtstaatlicher Gewalt mit Massenvernichtungswaffen. Der Westen kann diese Herausforderung nur bestehen, wenn er seine politische, ökonomische und moralische Stärke wiedererlangt…Auch wenn Europa gegenwärtig ein Bild der Uneinigkeit abgibt, so muß es doch… eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik formulieren und sich auf humanistische Werte berufen. Allerdings muß Europa bereit sein, diese auch zu verteidigen. Nur so kann es sich erfolgreich gegen den Islamismus – die dritte große totalitäre Herausforderung der freien Welt – zur Wehr setzen…“ (Auszug aus einem Buch von Pflüger)

„Zu Beginn des 21. Jahrhunderts hat Europa eine historische Wendemarke erreicht: Die gelungene Einführung des Euro- Bargeldes war für viele ein prägendes Erlebnis. Mit den neuen Scheinen und Münzen in der Tasche fühlen sich viele Bürger wieder ein Stück mehr als Europäer. Es bietet sich heute die Chance, die gemeinsame europäische Zukunft nicht nur zu träumen, sondern sie konkret zu gestalten: Ein europäischer Verfassungsvertrag und die Vereinigung der „alten Welt“ stehen an.“ (Auszug aus einem Buch von Pflügler)

„In meinem Büro hängen drei Portraits: Konrad Adenauer, Willy Brandt – und Helmut Kohl. Er wird dort auch hängen bleiben. Ungeachtet der Ereignisse im deutschen Winter 1999/2000 bleibt er für mich einer der großen Staatsmänner unserer Zeit. Kohls Erbe, die unauflösliche Verbindung von Deutschland und Europa muss unsere Leitschnur bleiben.“

„Die Anschläge in New York und Washington waren auch ein Weckruf für Europa: Die Terroranschläge von Madrid, London, Istanbul und Djerba verdeutlichen: Unsere Seite des Atlantiks ist leider keine „Insel der Glückseligen“, sondern auch wir liegen im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus. Man kann, darf und muss die USA für einzelne Facetten im Kampf gegen den internationalen Terrorismus kritisieren – so teile ich explizit die Kritik Angela Merkels an Guantanamo – aber haben wir in Europa wirklich die Dimension der Gefahr erkannt? Oder haben wir schnell wieder auf „Schlummerfunktion“ gestellt und schlafen weiter?“

„Genau der richtige Mann für Berlin. Mit internationalen Kontakten und seinen Fähigkeiten wird Berlin wieder eine politische Größe im Bund.“ Angela Merkel, Bundeskanzlerin (2006)

Anbei noch einige Links zum Thema Bilderberg, die interessante Informationen beinhalten:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberger

http://www.atimes.com/atimes/Middle_East/EE22Ak03.html

http://www.sourcewatch.org/index.php?title=Bilderberg

http://www.prisonplanet.com/archive_bilderberg.html

http://www.bilderberg.org/

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/4/4258/1.html

http://www.fosar-bludorf.com/bilderberger/Liste.htm

http://news.bbc.co.uk/1/hi/magazine/3773019.stm

http://www.counterpunch.org/estulin05272005.html

http://www.uni-muenster.de/PeaCon/wemgehoertdieeu/eu-32.htm

http://www.xs4all.nl/~ac/global/achtergrond/bilderberg.htm

Nach einer Meldung der Internetseite Bilderberg.org soll das diesjährige Bilderberg-Treffen zwischen dem 31. Mai und dem 3. Juni in der Türkei stattfinden. Bezogen wird sich dabei auf einen Artikel eines türkischen Journalisten. Das Treffen soll in Istanbul abgehalten werden. In einem Forum von Bilderberg.org zum Thema Bilderberg-Meeting 2007 wurden folgende Hotels als möglicher Ort des Treffens angegeben:

http://istanbul.conradmeetings.com/isthcci/index.shtml
http://resort.klassis.com.tr/en/collection/default.asp
http://golf.klassis.com.tr/en/collection/default.asp

Bei der so genannten Bilderberg Group handelt es sich um einen globalistisch ausgerichteten Elitezirkel bestehend aus hochrangigen Vertretern der unterschiedlichen gesellschaftlichen Teilbereiche der westlichen Ländern. Die Bilderberger, wie die Teilnehmer und festen Mitglieder von Bilderberg bezeichnet werden, treffen sich seit 1954 einmal im Jahr hinter verschlossenen Türen. Dabei diskutieren sie zentrale Aspekte aus gesellschaftspolitischen Themengebieten. Das Treffen wird mit dem Label ‚nicht öffentlich’ versehen.

Bud Spencer

„Wenn jemand ein Seil hätte, das dick genug ist, dann sollte man sie wegen Hochverrat aufhängen“, sagte Danny Bonaduce (siehe auch hier) in einer Sendung des Senders MSNBC in den USA. Der Filmschauspieler und Fernsehmoderator bezog sich mit seiner Aussage auf die Moderatorin der Sendung The View , Rosie O’ Donnell, die kürzlich auf ihrem Blog und danach in ihrer Sendung Skepsis gegenüber der offiziellen Version bezüglich der Terroranschläge vom 11. September äußerte.
O’ Donnell stellte eine Reihe von Fragen wegen des Einsturzes der beiden Zwillingstürme des World Trade Centers sowie des Zusammensturzes von WTC 7. Außerdem kritisierte sie in ihrer Sendung das Vorgehen und Verhalten der Bush-Regierung im ‚Kampf gegen den Terror’ („Someone should call for impeachment of president George Bush“).
Damit ist Rosie O’ Donnel eine weitere Prominente aus dem Showbiz, die in eigenständiger Denkweise das prägende Ereignis der jüngeren US-amerikanischen Geschichte kritisch hinterfragt (neben Schauspieler Charlie Sheen u. a.).

Die Aussage von Danny Bonaduce ist dabei nur die Spitze des Eisberges einer Hassschlacht, mit welcher O’ Donnell sich nun auseinandersetzen muss. Neben öffentlichen Aufrufen zur Kündigung von Rosie O’ Donnell und Beleidigungen („dick wie ein Wal“) wurde ihr auch eine offensichtliche Geisteskrankheit unterstellt – und das live zur besten Sendezeit. Insbesondere der Anchorman des Senders Fox News, Bill O’ Reilly, spielt bei der ‚Hexenjagd’ eine Vorreiterrolle.

Die Verteufelung aller Zweifler an der von der US-Regierung in die Medien eingespeiste Version der Terroranschläge zeigt, dass selbst sechs Jahre danach eine kritische Reflexion diesbezüglich in der ‚medialen Mainstream-Öffentlichkeit’ einem Spießrutenlauf gleicht.

Immerhin gibt es auch eine Art Unterstützungskampagne, die ein Gegengewicht zu der diffamierenden Kampagne bildet.

Interessanterweise wird in den deutschen Mainstreammedien über diese Entwicklung kein Wort verloren. Anders sähe es wahrscheinlich aus, wenn deutsche Prominente anfangen würden, öffentlich Fragen zu 9/11 zu stellen. Doch danach sieht es nicht aus.
Denksprit verfolgt die Entwicklungen im ‚Fall’ Rosie O’ Donnell weiter.

Bud Spencer

Kleinkindliche Dickköpfigkeiten, Negierungen und sensationslüsterne Spekulationen sind keine guten Helfer, wenn es um die Aufklärung eines Verbrechens geht.

Seit einigen Jahren nun schon versuchen all jene, die in den Anschlägen des 11. Septembers 2001 eine groß angelegte Verschwörung von kriminellen Elementen innerhalb der US-amerikanischen Regierung sehen, die Wahrheit über die tatsächlichen Hintergründe zu erkunden und der Öffentlichkeit zu präsentieren. Eine kaum noch zu beziffernde Menge an Personen, verstreut auf der ganzen Welt, hat mit mal mehr und mal weniger großer detektivischer Begabung eine beachtliche Menge an Merkwürdigkeiten, Unstimmigkeiten und Auffälligkeiten ans Licht gebracht, die alle darauf hin deuten, dass die Öffentlichkeit in Bezug auf die wahren Vorkommnisse vom 11. September systematisch betrogen wurde. Bei intensiver Auseinandersetzung mit diesen Erkenntnissen, stellt man fest, dass einige von ihnen hoch brisant und andere wiederum nicht den Mausklick wert sind, der sie auf dem PC zum Vorschein kommen lässt.

Der Personenkreis, der gesellschaftlich als Verschwörungstheoretiker bezeichnet wird und diese Recherchen bewerkstelligt, ist mindestens so heterogen, wie die Erkenntnisse, die er hervorbringt. Vom Schüler und Studenten, von der Hausfrau zum Arbeiter, vom Lehrer zum Professor und vom hochrangigen Militär bis zum hochrangigen Politiker reicht das Spektrum der 9-11-Zweifler.

Trotz eines beachtlichen Arbeitsaufwandes und trotz der Brisanz einiger der gewonnenen Erkenntnisse, muss festgestellt werden, dass das Resultat einer unmittelbar nach den Terroranschlägen begonnenen Wahrheitssuche unterm Strich wenig bewirkt hat. Immerhin sind sechs Jahre vergangen, sechs Jahre, in denen die offizielle Version der Ereignisse nach wie vor die Geschichtsschreibung dominiert wie ein Diktator sein Volk.

Bei aller Beachtlichkeit von Umfragen, die zwar angeben, dass weite Teile der Bevölkerung ebenfalls an der massenmedial verkündeten Theorie von der Täterschaft Bin Ladens und AlQuaida zweifeln, und bei allem Eifer, den bestimmte Akteure aus dem 9-11 Truth Movement an den Tag legen: Die Sachlage ist, dass durch alle wichtigen Institutionen der westlichen Demokratien hindurch der Glauben an die offizielle Version der Terroranschläge die Politik vorgibt. Weder Regierungen noch Parlamente, weder die Bildungseinrichtungen noch Massenmedien widersprechen dem 9-11 Dogma (oder bestenfalls hinter vorgehaltener Hand).

Der bis jetzt in Anspruch genommene Zeitrahmen mag zwar aufgrund der Konstellation und der Position der alternativen Aufklärer im Vergleich zu dem Wirkungs- und Machtspektrum der Massenmedien und der Politik einerseits gering sein, doch sechs Jahre sind andererseits auch eine verdammt lange Zeit. Eine Zeit, in denen zwei Kriege geführt wurden und ein Dritter auf Standby geschaltet ist.

Worin liegen die Ursachen, was sind die Gründe des mangelhaften Fortschritts?Unter anderem liegen die Ursachen bei den Verschwörungstheoretikern selbst. Analysiert man ihre Argumentationsweise, betrachtet man ihre Rhetorik und dekonstruiert man ihre Sichtweisen, dann ist festzustellen, dass ihre Rolle sehr ambivalent ist. Die Rolle der ‚Wahrheitssucher’, der ‚Richtigsteller’, der ‚Zurechtrücker’ beanspruchen sie, doch gerecht werden sie dieser Rolle bei weitem nicht immer. Sicherlich muss einigen von ihnen zu Gute gehalten werden, dass sie, was investigativen Journalismus und Kriminalitätsaufklärung angeht, nur laienhafte Ahnung haben.

Dennoch spricht es erstmal für ihr Verantwortungsbewusstsein als politisch mündige Menschen, sich auf eigene Faust mit beschränkten Mitteln aufzumachen und nach der Wahrheit zu suchen – und sei es auch nur mit Hilfe von Google. Das überhebliche Kritisieren ihrer Tätigkeit, wie es einige renommierte Medienpublikationen gemacht habe, ist in der geschehenen Weise deplaziert.

Dennoch darf auch nicht mit einem Augenzwinkern über die methodologischen Schwachstellen und die so hervorgebrachten Resultate hinweggesehen werden. Das 9-11 Truth Movement wirft den großen Medien schlampige Recherche und Unsachlichkeit vor. Das 9-11 Truth Movement spricht von einem blinden Fleck auf Seiten der Medien, wenn es um die Aufklärung der Verbrechen vom 11. September geht und von einer Ausblendung sinntragender Sachverhalte in diesem Zusammenhang. Die Publikationen der 9-11 Zweifler sind jedoch bedauernswerter Weise häufig selbst ein Spiegelbild dieser Vorwürfe. Mangelhafte Recherche, aus dem Kontext gerissene Zitate, abgeschriebene in sich falsche Behauptungen, nicht nachweisbare Aussagen, verdrehte Sachverhalte usw. prägen die Veröffentlichungen der Alternativdenker. Es mag noch verzeihlich sein, wenn ein 15-jähriger Schüler, der seinen gesunden Menschenverstand nutzt und das Gefühl nicht los wird, dass an der offiziellen Darstellung zum 11. September etwas zum Himmel stinkt, durch seine Laienhaftigkeit das kleine Einmaleins der Recherchearbeit missachtet, wenn aber gestandene und durchaus auch mit Reputation versehenen Persönlichkeiten aus der Szene die gleichen Fehler machen, sind die Konsequenzen für die Aufklärung des Verbrechens fatal.

Es kann nicht angehen, dass einerseits die alternativen Wahrheitssucher die Glaubwürdigkeit der Meldungen der Massenmedien in Gänze anzweifeln, dann aber genau die Meldungen, die scheinbar ihre verschwörungstheoretische Sicht stützen und von diesen Massenmedien berichtet werden, als unumstößlich ansehen. Es kann nicht angehen, dass behauptet wird, dass 7 der 19 Attentäter noch nach dem 11. September am Leben waren und sich dabei beispielsweise auf Meldungen der BBC berufen wird, ohne, dass man selbst diese Meldungen durch eine dezidierte journalistische Recherche überprüft – und zwar bei einer Behauptung mit solchem Ausmaß vor und zurück. Selbst bei allem Verständnis: Mit einer lapidaren Begründung für die mangelnde Recherche wie z.B, dass die finanziellen Möglichkeiten nicht ausgereicht hätten, ist es nicht getan. Das Ergebnis solcher journalistischen Schnellschüsse war eine Bloßstellung der gesamten Szene. Dabei ist die Frage nach den Identitäten der Attentäter ganz zentral.

Die mitunter unbefriedigende Vorgehensweise der Zweifler kann also als einer der Gründe für einen nicht erfolgten Durchbruch angegeben werden. Doch es gibt weitere Gründe.

Wie weiter oben angesprochen, ist das 9-11 Truth Movement bezüglich der Theorien und Ansichten sehr vielseitig. Ob nun über Sprengungen, Raketeneinschlägen. Fernsteuerungen, Abschüsse, War Games oder Börsenspekulationen berichtet wird, jede Theorie hat ihre Anhänger. Und genau hier wird eine neue Schwachstelle der Szene deutlich. In der Bibel heißt es schon: a house divided in itself shall not stand. Anders, aber nicht weniger bildlich formuliert: Zu viele Zutaten verkraftet kein Essen; es schmeckt nicht mehr.
Zwar ist die Heterogenität der verschwörungstheoretischen Ansätze durchaus nachvollziehbar. Denn zuerst galt es das Feld zu sichten, möglichst viele Informationen zu sammeln und zu bearbeiten. Dass aber es nach sechs Jahren nicht geschafft werden konnte, die Quintessenz aus den gewonnenen Erkenntnissen herauszufiltern, dass es nach sechs Jahren nicht erreicht wurde, die Kräfte zu bündeln und auf die schwächste Stelle der offiziellen Theorie zu richten, verdeutlicht einen weiteren Grund für das Nichterreichen des gesteckten Ziels: Uneinigkeit.

Darüber hinaus hat die Szene etliche strategische Fehler gemacht. Auf einen sei hier verwiesen. Von Anfang an war die Ausrichtung der Szene sozusagen kriegerisch. Es galt einen Infowar zu führen. Einen Informationskrieg gegen die Desinformation der Massenmedien. Dieses Paradigma war durchaus begründet, doch war es nicht sonderlich durchdacht. Keiner der beteiligten Akteure innerhalb des 9-11 Truth Movement, noch nicht mal alle zusammen genommen, haben die Ressourcen, die Fähigkeiten, die Infrastruktur u.ä., um die Terroranschläge vom 11. September vollständig, also institutionell und damit legitim, aufzuklären.

Die Aufklärung der Verbrechen kann nur über die Institutionen erfolgen. Das Handeln der Zweifler zeugt aber von einer Verkennung dieses Sachverhaltes. Anstatt zu versuchen, mit Mitteln der Diplomatie Bündnisse und Koalitionen mit den Institutionen zu schmieden, werden Grabenkämpfe und Scharmützel geführt, die nur zu einem Kraftverlust führen und in der Gewinn-Verlust-Rechnung das Soll verstärken.

Natürlich muss auch erwähnt werden, dass es immer wieder Versuche gab und gibt, diese Strategie zu verfolgen. Und besonders die Akteure aus dem massenmedialen Feld warteten auf dieses Unterfangen nicht gerade mit offenen Türen. Dennoch wurde diese Versuche nur halbherzig oder nicht strategisch und konsequent genug durchgeführt. Es gilt noch einmal darauf zu verweisen: Die Einbeziehung der Institutionen, insbesondere der kritisierten Massenmedien ist unabdingbar.

An dieser Stelle ist es sinnvoll, das Augenmerk auf einen weiteren Grund für das nicht rechte Vorankommen der Bewegung zu beleuchten, ein Grund, der nicht innerhalb des 9-11 Truth Movement zu suchen ist, sondern der bei den Massenmedien selbst liegt. Der Vorwurf der Verschwörungstheoretiker, die Massenmedien hätten zu tendenziell, einseitig und unkritisch berichtet, lässt sich nicht von der Hand weisen. Nach dem 11. September gab es in der Tat einen Medienblackout, wie es ihn in der jüngeren Geschichte noch nicht gegeben hat. Kaum ein Blatt, kaum ein Fernsehsender, kaum eine Radiostation berichtete insbesondere in den ersten beiden Jahren gegen die von der US-amerikanischen Auslegung der Ereignisse verbreiteten Meldungen. In den USA war diese mediale Gleichschaltung (eine Gleichschaltung, die nicht durch einen Diktator vorgegeben wurde, sondern, die sich durch eine Vielzahl latenter soziologischer, psychosozialer und psychologischer Motivationslagen zu begründen ist) am stärksten. Doch auch in Deutschland versagten die Medien kläglich, wenn es um eine eigenständige, kritische Reflexion und Hinterfragung ging.

Nicht nur, dass die Redaktionen in den Mainstreammedien allesamt auf der Bin-Laden-war-es-ohne-Zweifel-Schiene unterwegs waren und sind, sondern sie griffen auch noch die Erkenntnisse der Verschwörungstheoretiker von vorne herein mit unprofessionellem Verhalten auf, um diese bestenfalls der Lächerlichkeit preis zu geben, schlimmstenfalls in demagogischer Absicht zu verunglimpfen. Im Spiegel wurden die Zweifler mit den Holocaustleugnern auf eine Stufe gestellt, Hans Leyendecker, einer der renommiertesten deutschen Investigativ-Journalisten, bezeichnet die Zweifler so gar als Affen. Durch diese Form der Berichterstattung haben die Mainstreammedien die gegen sie erhobenen Vorwürfe mangelnder Objektivität mit Ansage und Trommelwirbel untermauert.

Auf einer grundsätzlicheren Ebene kann festgehalten werden, dass sowohl die Mainstreammedien als auch zahlreiche Verschwörungstheoretiker trotz der Tatsache, dass sie immer wieder den Wahrheitsanspruch ins Felde führen, konträr zu diesem Anspruch handeln. Es ist unübersehbar, dass in beiden Lager sehr häufig nichts anderes als die Kultivierung der eigenen Egoismen die Programmleitung übernommen hat. Das Handeln der Akteure von beiden Seiten dokumentiert eben nicht die ganz legitime Frage nach der Wahrheit, sondern es dokumentiert den latenten Wunsch die eigene Meinung als das Maß aller Dinge durchzusetzen.

Es ist schon interessant, wie die Journalisten des Nachrichtenmagazin Der Spiegel den Untersuchungsbericht der 9-11-Kommission als der Weisheit letzter Schluss anführen oder wie die Verlautbarungen der US-amerikanischen Regierung zu den Geschehnissen als unumstößlich angesehen werden. Nicht minder verwundernswert ist aber auch das Vorgehen vieler Verschwörungstheoretiker: Die Aussagen eines Augenzeugen, der behauptet er habe eine Art Rakete ins Pentagon fliegen sehen werden als wasserdichter Beweis für eine Verschwörung angesehen. Ein Bericht der BBC, in dem über den Einsturz von WTC7 berichtet wird, bevor es eingestürzt ist, wird als die endgültige Bescheinigung für einen Medienkomplott angeführt.

Diese Beispiele verdeutlichen einmal mehr einen Simplizismus, dem sowohl die etablierten Medien als auch alternative Journalisten in ihrer Arbeit Raum gewähren und der der Sache alles andere als dienlich ist. Insbesondere die Mainstreamjournalisten täten gut daran, zu akzeptieren, dass die Behauptung, Teile der US-amerikanischen Regierung seien selbst in die Attentate verwickelt, nicht grundsätzlich jeder Logik entbehrt. Das Gegenteil ist der Fall: Es ist alles andere als verwegen einen Terrorismus, der von Staatswegen durchgeführt wird um bestimmte innen- oder außenpolitische Ziele durchzuführen, als realistisch zu betrachten.

Das Prinzip, dass hinter dieser Vermutung steht, ist auf einer sehr trivialen Ebene am besten zu verdeutlichen. Das Prinzip ist wahrscheinlich so alt, wie die Menschheit. So sieht es aus: A hat eine Abneigung gegen B und möchte ihm einen Schaden zufügen. Dies tut er auch und zeigt dabei mit dem Finger auf C. Zufällig kommt D vorbei, der ein guter Freund von A ist und B ebenfalls nicht mag. D bestätigt die Aussage von A und B glaubt nun, C ist schuldig.
Das Prinzip, dass sich hinter der Theorie des Staatsterrorismus befindet ist nichts anderes als ‚jemand anderem die Schuld in die Schuhe schieben’. Und jeder dürfte damit schon mal aktiv oder passiv Erfahrungen gemacht haben. Zugegeben: Es ist durchaus noch ein weiter Weg von der Nicht-Ich-sondern-der-kleine-Bruder-war-es-Verhaltensweise zu den Ausmaßen eines Staatsterrorismus, wie er in Betracht gezogen wird. Doch es ist auch ein weiter Weg von der A-Jugend in die 1. Fußball Bundesliga. Das heißt: Nur weil etwas im Großen schwieriger umzusetzen erscheint als im Kleinen, bedeutet dies noch lange nicht, dass es nicht zu bewerkstelligen ist.
Die Liste der dokumentierten Fälle von Staatsterror ist umfangreich – Eine nähere Auseinandersetzung mit dem False Flag Terror findet sich hier. Die Journalisten aus dem Mainstream sollten sich unbedingt mit diesen Sachverhalten auseinandersetzen und erkennen, dass das Mittel des synthetischen Terrors von Staatswegen schon häufig verabreicht wurde.

Fazit

Als Gründe für die nicht Durchsetzung von dem 9-11 Truth Movement verfolgten Ziele wurden identifiziert:

a) Unbefriedigende/ schlampige Rechercheleistung/ journalistische Schnellschüsse von Seiten der Zweifler
b) Uneinigkeit in der Bewegung
c) Strategische Fehler/ unüberlegtes oder unausgewogenes Handeln
d) Egoistische Gründe
e) Ein Versagen der Massenmedien auf breiter Front

Will die Bewegung ernsthaft ihre Ziele verwirklichen, müssen alle involvierten Akteure die gemachten Fehler schnellsten beseitigen. Es dürfen keine Meldungen mehr verbreitet werden, die nicht hieb- und stichfest sind (und wenn doch spekuliert wird, muss dies auch kenntlich gemacht werden). Es gilt also ganz klar zwischen Fakten und Fiktion, zwischen Beweisen und Indizien zu trennen.

Die Bewegung muss ihre Ziele nochmals überdenken und klar formulieren. Hierfür ist es unumgänglich, dass persönliche Egoismen abgelegt werden und die Uneinigkeit und Streitereien beigelegt werden.

Des Weiteren müssen die strategisch gemachten Fehler analysiert werden. Es gilt eine klare, präzise und wirkungsvolle Strategie aufzustellen, durch die die gemachten Fehler zukünftig vermieden werden. Das Einlassen auf Grabenkriege und Scharmützel bringt keinen Gewinn. Es sollten mit diplomatischen Mitteln, mit Vernunft und Sachlichkeit vorgegangen werden. Das schmieden von Bündnissen und Koalitionen sollte Vorrang haben.

Des Weiteren müssen sich die Akteure der Bewegung im Klaren darüber sein, dass die von ihnen hervorgebrachten Merkwürdigkeiten noch kein Beweis für die aufgestellten Behauptungen eines Cover-Ups sind. Es sind Indizien, von denen einige sehr beachtlich, andere wenigstens interessant und wieder andere nichts als heiße Luft sind.

Zum gegenwärtigen Stand der Dinge kann nur mit Sicherheit gesagt werden, dass 9/11 nicht zur Genüge aufgeklärt wurde. Über die Anschläge des 11. Septembers ist ein großes Fragezeichen zu setzen. Nur eine neue Untersuchungskommission, mit einer fairen Besetzung und Ausrichtung, könnte dem Ziel, eine lückenlose, rechstaatliche Aufklärung der Terroranschläge nach kommen. Damit es aber zu einer neuen Untersuchung kommt, ist der Druck durch die Öffentlichkeit unumgänglich. Und um die Öffentlichkeit über die vermutliche Verschwörung umfassend zu informieren, ist die Einbindung der Mainstreammedien notwendig.

Das 9-11 Truth Movement sollte aus seinen Kinderschuhen hinauswachsen und eine neue oder zumindest erheblich verbesserte Programmatik an den Tag legen.

Bud Spencer

Das kürzlich aufgetauchte Video einer BBC-Sendung vom 11. September 2001, in der über den Zusammenbruch des WTC7-Gebäudes berichtet wird, während es noch im Bildhintergrund zu sehen ist, hat zu großer Aufmerksamkeit (und Aufgeregtheit) in der alternativen 911-Bewegung geführt, die zum Teil auch im medialen Mainstream (z. B. im Focus und der Süddeutschen ) bemerkt worden ist.

So wünschenswert auch grundsätzlich die Aufmerksamkeitskanalisierung auf alternative Deutungen zu 911 sein mag, so ärgerlich ist die zu beobachtende simplifizierende und einlinige Interpretation des Videos durch einen Großteil der 911-„Skeptiker.“

Obwohl das Video mehrere ‚Lesarten‘ zulässt (wie z. B. eben eine Falschmeldung, wie von der BBC behauptet – es gab mehrere Falschmeldungen an diesem Tag), sehen die bezeichneten „Skeptiker“ darin den endgültigen „Beweis“ dafür, dass der 11. September ein Komplott der US-Amerikanischen Regierung samt Massenmedien wie der BBC war. So titelt etwa www.911komplott.de, dass die BBC-Nachrichtensendung ein „Medien-Komplott“ beweise. Auch bekannte „Verschwörungstheoretiker“ wie der gerne übers Ziel hinausschießende Wisnewski spekulieren angesichts des „Videobeweises“ über „geheime Drehbücher“, nach denen der 11. September choreographiert worden sei („Ganz sieht es so aus, als wäre der 11.9. tatsächlich nach einem geheimen Drehbuch abgespult worden, das von der BBC eben zu früh ausgeplaudert wurde.“). Sogar die eigentlich nüchterne Netzzeitung suggeriert in ihrer Überschrift, dass das Video die 911-Verschwörungstheorien stütze (was in gewisser Hinsicht ja auch durchaus zutrifft).

Wie gesagt, das Video beweist zunächst einmal gar nichts, außer vielleicht einem Wissensdefizit (was in einem seltsamen Widerspruch zu dem ausgefeilten „Drehbuch“ der mediopolitischen Verschwörer stünde) der Kommentatoren, die offenkundig über ein zusammengestürztes Gebäude reden, während es im Bildhintergrund zu sehen ist. Das Video als Beweis für eine Großverschwörung zu sehen, beweist vor allem, dass es vielen sogenannten 911-„Skeptikern“ um nichts anderes geht, als darum, empirische Fakten in ihr vorgefertigtes ‚Weltbild‘ einzupassen. Und das ist das genaue Gegenteil eines erkenntnistheoretischen Skeptizismus, wie sich ihn viele „Skeptiker“ und „Wahrheitssucher“ auf die Fahne (oder Webseite) schreiben.

Letzendlich zeigt sich an diesem Fall eine ähnliche Gläubigkeit und ein Hang zur „kognitiven Dissonanzreduktion“ wie bei den etablierten Medien, die alle der offiziellen Lesart widersprechenden Fakten (z. B. das Ignorieren des erstes Videos von Bin Laden, in dem er eine Beteiligung an den Anschlägen verneint) zu 911 systematisch ausblenden.

Es geht mir hier nicht um die Diskreditierung des 911-Truth-Movements. Die Hinterfragung der offenkundig zweifelhaften offiziellen Geschichtsschreibung des „11. September“ ist und bleibt eine essentielle Aufgabe. Eine spekulative und unkritische „Konspirologie“ (Bröckers), wie oben beschrieben, dient jedoch in keiner Weise der Aufklärung der Hintergründe der Anschläge des 11. September 2001, sondern vielmehr dazu, die bestehenden Klischees über „Verschwörungstheorien“ zu verstärken und die Arbeit von wirklichen Skeptikern wie etwa Daniele Ganser, Andreas Hauß, Mathias Bröckers et al. zu sabotieren.

Karlstadt

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